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03.03.2022
1/2022

Jobsharing – zwei oder mehrere Arbeitnehmende teilen sich eine Vollzeitstelle – ist vielen bekannt. Zunehmend etabliert sich nebst Jobsharing der Begriff «Topsharing». Bei diesem Arbeitsmodell teilen sich zwei Personen nicht nur den Job, sondern tragen gemeinsam auch eine hohe Verantwortung, die das Führen von Mitarbeitenden einschliesst. Hier wird Vertrauen von allen verlangt.

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Vertrauenssache Topsharing

Topsharing eröffnet Unternehmen die Chance, mehr Diversität auf Führungsstufe zu erreichen. Durch die Schaffung qualifizierter Teilzeitstellen kann eine grosse Bandbreite an Talenten angesprochen werden, für die eine Vollzeitstelle aufgrund der aktuellen Lebensumstände nicht infrage kommt. Der Anteil hoch qualifizierter Arbeitnehmenden nimmt stetig zu, wobei sich das Bedürfnis nach Freiräumen je nach Lebensphase unterscheidet. Die Vorteile von Topsharing sind dabei nicht auf ein Geschlecht bezogen. Erhalten beispielsweise mehr Männer mit familiären Verpflichtungen die Möglichkeit, Teilzeit zu arbeiten, gibt das wiederum mehr Spielraum für Familienfrauen, ihre beruflichen Interessen voranzutreiben.

 

Um traditionelle Arbeitsmodelle aufzubrechen, braucht es Veränderungen in der Führungskultur. Damit ein Job-Tandem erfolgreich sein kann, stellen ein gemeinsames Werteverständnis, gegenseitiges Vertrauen und eine hohe Kooperations- und Kommunikationskompetenz zentrale Voraussetzungen dar. Klassisches Hierarchiedenken und Machtspiele haben da keinen Platz. Wer sich den Job teilt, muss die Bereitschaft haben, eigenes Wissen zu teilen und sich «in die Karten schauen» zu lassen. Eine gute Vertrauensbasis gibt Sicherheit, dass das Duo Entscheide nach dem gleichen Werteverständnis trifft und Konsens darüber besteht, welche Entscheide gemeinsam und welche allein getroffen werden sollen. Freude am gegenseitigen Austausch und die Bereitschaft für regelmässige Reflexion im Tandem sind dabei zentrale Elemente. Vertrauen bilden bedeutet auch, dass Fehler gemacht werden dürfen und ein konstruktiver Umgang mit Konflikten gepflegt wird. Zwei, die sich neu einen Job teilen, müssen sich nicht zwingend vorher gekannt haben. Wichtig ist jedoch, dass sie ausreichend Zeit dafür erhalten, in ihre neue Rolle hineinzuwachsen. Die Führung im Team muss gelernt sein und sollte, mindestens in der Anfangszeit, durch ein internes oder externes Coaching begleitet und somit stetig verbessert werden.

Melden Sie sich an zum TopsharingTalk, Donnerstag, 2. Juni 2022: «Karriere und Familie vereinbaren mit Topsharing». Mehr Informationen unter: www.weshare1.com/event-details/

Abstandhalter

Karin Ricklin-Etter und Stephanie Briner leiten im Tandem WEshare1, die Anlaufstelle für Job- und Topsharing. Als Sidepreneurinnen verfolgen sie parallel dazu jeweils eine zweite berufliche Karriere. Durch Topsharing können die beiden Familienfrauen nicht nur zwei Jobs miteinander verbinden, sondern gleichzeitig auch Karriere und Familie unter einen Hut bringen.