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05.12.2022
4/2022

Die neue Arbeitswelt bringt viele Veränderungen mit sich. Führungsarbeit wird immer mehr zur Rolle und verlangt eine Vielzahl neuer Funktionen und Fähigkeiten. Mit einem Topsharing können viele dieser Anforderungen durch gelebte Partnerschaft erfüllt werden.

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Geteilte Führung – geteilte Verantwortung

Jürg Eggenberger
Geschäftsleiter von Swiss Leaders, seit Juni 2022 im Topsharing mit Claire-Lise Rimaz

Neue Arbeitsformen entgrenzen Arbeit in Bezug auf Zeit, Ort, Inhalt und soziale Interaktion. Damit steigert sich die Komplexität der Koordination, die Rollen nehmen zu. Die klare Führung über die Linie wird abgelöst durch Führung, die immer wieder aushandeln und koordinieren muss. Eine funktionierende Co-Leitung bietet die Chance, komplexe Sachverhalte aus verschiedenen Perspektiven wahrzunehmen und dadurch Spannungsfelder und Risiken frühzeitiger zu erkennen, für Orientierung zu sorgen und bessere Entscheidungen zu fällen.

Performance im Team funktioniert nur, wenn man Interessen von Mitarbeitendengruppen berücksichtigt und ein gemeinsames Verständnis für Ziele entwickelt. Hier tragen der unterschiedliche Zugang zu Menschen und sich ergänzende Kompetenzen eines Führungsduos dazu bei, sowohl den Fokus auf Performance zu richten als auch Sinn und Werte zu schaffen und so den Teamgeist zu fördern.

Die Gestaltung von Veränderungen wird Teil des Führungsalltags. Strukturen und Hierarchien verlieren ihre stabilisierende Wirkung. Die Führungskraft ist permanent gezwungen, Dinge infrage zu stellen, Effizienzpotenziale zu identifizieren und Optimierungen anzustossen. Die gute Vertrauensbasis in einem Topsharing hilft, besser zu steuern und Dinge kritisch zu hinterfragen. 

Kompetenzen im Umgang mit Stress und Belastungssituationen werden wichtiger. Als Führungsduo wirkt man gleichzeitig als Vorbild für gesundheitliches Verhalten und befähigt einander, selbstgefährdendes Arbeitsverhalten im Team zu erkennen und zu reduzieren. 

Eine Organisation kann sich eine Orientierung an den individuellen Ansprüchen und Wünschen weniger Führungskräfte immer weniger leisten. Die Führungsarbeit wird temporärer und wird zur Rolle. Immer mehr geht es darum, die relevanten Führungskompetenzen bei zunehmend eigenständigen Mitarbeitenden zu fördern. Ein Führungsduo ist diesbezüglich Vorbild, weil die Partner*innen unterschiedliche Kompetenzen einbringen, Komplexität und Risiken im Austausch besser erkennen und gleichzeitig für mehr Stabilität sorgen.

Dieser Text ist in ausführlicherer Fassung publiziert worden im Blog von Weshare1.com